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Öffentlichkeitsarbeit

Stille Helden: Jakob Gschossmann – Der Mann, der an alle denkt

Bezirk Linz-Land zur Übersicht

Wenn andere längst im Einsatz stehen, hat er oft schon an das gedacht, was später gebraucht wird.

Jakob „Jaki“ Gschossmann von der Freiwilligen Feuerwehr Traun sorgt seit Jahrzehnten dafür, dass seine Kameradinnen und Kameraden gut versorgt sind. Meist unbemerkt, immer mit Herzblut und manchmal auch mit einem besonderen Blick auf den Geschirrspüler. Ein stiller Held, für den Helfen längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Ein Sturm, der alles ins Rollen brachte

Es war das Jahr 1989, als ein schwerer Sturm den Grundstein für Jakis Feuerwehrlaufbahn legte. Sein Schwiegervater war bereits Feuerwehrmann und Jaki half bei den Aufräumarbeiten kurzerhand mit. Und weil er ohnehin fast täglich mitanpackte, meinte der damalige Kommandant sinngemäß: Wenn du schon immer da bist, kannst du auch gleich unterschreiben.

So begann eine Feuerwehrgeschichte, die mittlerweile 37 Jahre andauert. Eine Zeit voller Erlebnisse, Freundschaften und Erfahrungen, die Jaki geprägt haben.

Ein stiller Held mit weiteren stillen Helden an seiner Seite

Während beim 24-Stunden-Seminar der Feuerwehrjugend Traun die Jugendlichen üben und ihre Betreuerinnen und Betreuer sie begleiten, wird im Hintergrund gekocht, vorbereitet und organisiert. Mittendrin: Jaki. Er kümmert sich um den Einkauf, plant die Mahlzeiten und sorgt dafür, dass alle gut versorgt sind.

Doch auch ein stiller Held muss nicht alles allein schaffen. Beim Seminar standen ihm weitere engagierte Helferinnen und Helfer zur Seite, die gemeinsam mit ihm in der Küche anpackten. So hat selbst ein stiller Held weitere stille Helden an seiner Seite. Ein schönes Beispiel dafür, was Kameradschaft wirklich bedeutet.

Ob Schiffsführer- und Taucherweiterbildung, Feuerwehrfest oder andere Veranstaltungen: Jaki denkt voraus, organisiert die Verpflegung und sorgt dafür, dass verbrauchte Vorräte wieder aufgefüllt werden. Denn nach der Veranstaltung ist bekanntlich vor der nächsten.

Wenn Versorgung zum wichtigen Teil des Einsatzes wird

Was bei Veranstaltungen für das leibliche Wohl sorgt, kann bei länger dauernden Einsätzen entscheidend sein. Wenn Einsatzkräfte über Stunden gefordert sind, braucht es auch jemanden, der an Essen und Getränke denkt. Für Jaki gehört das ganz selbstverständlich dazu.

Im Florianistüberl des Feuerwehrhauses Traun hat er dafür einen eigenen Lagerraum, in dem Lebensmittel für den raschen Bedarf bereitstehen.

Besonders wichtig ist diese Vorsorge im Katastrophenfall. Wird der Bezirksstab der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land im Feuerwehrhaus Traun eingerichtet, ist eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land, dem Bezirksfeuerwehrkommando Linz-Land und der Feuerwehr Traun unverzichtbar. Während gemeinsam an der Bewältigung außergewöhnlicher Lagen gearbeitet wird, müssen auch die Menschen im Hintergrund versorgt werden.

Dank Jakis vorausschauender Vorratshaltung ist dafür bereits in der ersten Phase eine Grundlage geschaffen.

Sein freiwilliger Einsatz blieb nicht unbemerkt: Vor einigen Jahren wurde ihm als Anerkennung der Dienstgrad Hauptbrandmeister des Fachdienstes (HBM d.F.) im Bereich Versorgung verliehen. Für Jaki steht jedoch nicht der Dienstgrad im Vordergrund, sondern das, was getan werden muss.

Sein „Hauptbaby“ hat eine Starttaste

Neben der Verpflegung gibt es noch etwas, das Jaki besonders am Herzen liegt: Ordnung und Sauberkeit. Und dabei spielt ein ganz bestimmtes Gerät die Hauptrolle. „Mein Hauptbaby ist der Geschirrspüler“, verrät er im Interview schmunzelnd.

Natürlich wird im Feuerwehrhaus gemeinsam angepackt und auch der Geschirrspüler regelmäßig ein- und ausgeräumt. Hin und wieder braucht es aber eine freundliche Erinnerung, dass das Geschirr hineingehört und ein Knopfdruck genügt, um ihn zu starten.

Jaki nimmt es mit Humor und geht selbst mit gutem Beispiel voran. Sogar nach einer Nachtschicht schaut er manchmal noch kurz im Feuerwehrhaus vorbei, sieht nach dem Rechten und räumt bei Gelegenheit den Geschirrspüler aus. Eine Kleinigkeit? Vielleicht. Aber gerade solche Kleinigkeiten erzählen viel über einen Menschen.

Zwischen Einsätzen und gelebter Kameradschaft

37 Jahre Feuerwehrdienst hinterlassen Spuren. Jaki erinnert sich an zwei Flugzeugabstürze und einen schweren Brand, bei dem es für ihn und einen Kameraden gefährlich wurde. Während der Löscharbeiten hörten sie plötzlich ein bedrohliches Knacken über sich. Sie verließen den Bereich rechtzeitig. Erst am nächsten Tag wurde sichtbar, wie stark die Decke bereits beschädigt war. Momente, die bleiben und zeigen, wie schnell aus einem Einsatz eine lebensgefährliche Situation werden kann.

Umso wichtiger sind für Jaki die schönen Erinnerungen: gemeinsame Feste, Weihnachtsfeiern und seine eigene Hochzeit, bei der auch Feuerwehrkameraden dabei waren. Es sind die Menschen und die über Jahrzehnte gewachsene Kameradschaft, die ihm besonders viel bedeuten.

Auch deshalb hat er eine klare Botschaft an die jüngere Generation:

Feuerwehr ist kein Spielplatz. Wer die Uniform trägt, übernimmt Verantwortung. Für sich selbst, für seine Kameradinnen und Kameraden und für jene Menschen, die Hilfe brauchen.

Nicht im Rampenlicht, aber unverzichtbar

Fragt man Jaki, worauf er besonders stolz ist, nennt er keine einzelne Leistung. Vielmehr blickt er auf die vielen gemeinsamen Jahre und das Erlebte zurück. Auf eine Gemeinschaft, der er seit 1989 angehört und für die er sich bis heute engagiert.

Jakob Gschossmann braucht keine große Bühne. Er ist einer, der mitdenkt, anpackt und da ist, wenn er gebraucht wird. Einer, der dafür sorgt, dass nach einem anstrengenden Einsatz Getränke bereitstehen, bei einer Ausbildung niemand hungrig bleibt und für den nächsten Anlass alles vorbereitet ist.

Und einer, der weiß, dass vieles nur gemeinsam funktioniert.

Denn manchmal sind es nicht die großen, sichtbaren Taten, die einen Menschen zum Helden machen. Sondern die unzähligen kleinen Dinge, die er über Jahrzehnte ganz selbstverständlich für andere tut.

Mit unserer Serie „Stille Helden“ holen wir jene Menschen vor den Vorhang, deren Engagement im Feuerwehrwesen oft im Hintergrund bleibt. Menschen wie Jakob „Jaki“ Gschossmann von der Freiwilligen Feuerwehr Traun – und jene, die ihm ebenso selbstverständlich zur Seite stehen.