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Öffentlichkeitsarbeit

Mobbing hat keinen Platz in unserer Feuerwehr – Gemeinsam hinschauen und handeln

Bezirk Linz-Land zur Übersicht

In der Feuerwehr zĂ€hlen Kameradschaft, Respekt und Zusammenhalt. Bei jedem Einsatz oder Übung vor oder hinter den Kulissen verlassen wir uns aufeinander – oft unter schwierigen Bedingungen, manchmal unter Lebensgefahr. Umso schmerzhafter ist es, wenn genau dieser Zusammenhalt im Alltag brĂŒchig wird. Wenn Worte verletzen, Verhalten ausgrenzt oder Rollenbilder TĂŒren verschließen. Wenn aus kleinen Sticheleien stiller Schmerz wird – oder laute Ungerechtigkeit.

Mobbing beginnt nicht erst dort, wo jemand offen beschimpft oder lÀcherlich gemacht wird. Mobbing ist auch:

  • immer wiederkehrende abwertende Bemerkungen,
     
  • das systematische Ausschließen von Gruppen oder AktivitĂ€ten,
     
  • das LĂ€cherlichmachen von Fehlern, Leistungen oder Engagement,
     
  • hinter dem RĂŒcken reden, GerĂŒchte streuen, Untergraben,
     
  • jemandem Aufgaben oder Funktionen willkĂŒrlich zu entziehen – also ohne nachvollziehbare GrĂŒnde oder ohne vorherige KlĂ€rung –, obwohl Richtlinien und Vorgaben eingehalten wurden,
     
  • Menschen wegen ihres Geschlechts, Alters, Herkunft, Persönlichkeit, persönlichen Lebensweise und ihrer politischen oder religiösen Zugehörigkeit anders zu behandeln oder abzuwerten.
     
  • Menschen mit besonderen BedĂŒrfnissen nicht respektvoll und wertschĂ€tzend zu behandeln.

Manchmal sind es viele kleine Nadeln, die erst spĂ€t als Schmerz erkannt werden. Aber Mobbing ist absolut kein „Kavaliersdelikt“. Es verletzt. Es zerstört Vertrauen und Selbstvertrauen. Es nimmt Menschen die Freude an einem Ehrenamt, das eigentlich Kraft geben sollte und damit keinen Platz in unserer Organisation haben darf.

 

  • Kameradschaft bedeutet, Kritik Ă€ußern zu dĂŒrfen – aber respektvoll.
  • Kameradschaft bedeutet, Konflikte zu lösen – aber fair.
  • Kameradschaft bedeutet, unterschiedliche Meinungen – aber niemals Menschen abzuwerten.
  • Kameradschaft bedeutet auch, nicht wegzusehen , wenn Unrecht geschieht.

Was niemand aushalten braucht:

  • Diskriminierende Aussagen (Mobbing ist ein Parasit der sich in der Gesellschaft festgefressen hat) 
     
  • Kommentare wie „Wegen dir mĂŒssen wir jetzt alles anders machen.“ 
     
  • Abwertungen, weil jemand jung oder alt ist, neu beginnt, eine andere Meinung hat oder sich engagieren will. Hinweise auf Unerfahrenheit sind erlaubt – wenn sie respektvoll formuliert sind und der UnterstĂŒtzung dienen, nicht der Herabsetzung.
     
  • Ausgrenzung von Ausbildungen, TĂ€tigkeiten oder GemeinschaftsaktivitĂ€ten.
     
  • Ignoranz, Schweigen, ZurĂŒckhalten von Informationen.
     
  • Hinter-dem-RĂŒcken-Reden, etwa Aussagen wie „Die/der hat da nichts verloren“, anstatt mögliche Fehler offen und kameradschaftlich anzusprechen
     
  • Wiederholte „Scherze“, die verletzen und deren Nein nicht akzeptiert wird.

Es ist vollkommen legitim zu sagen: „Das tut mir nicht gut.“ Und es ist mutig und richtig, Hilfe zu holen. Doch wenn Sorgen oder Probleme auch auf höherer Ebene nicht ernst genommen werden, endet der Weg nicht dort. Es gibt Anlaufstellen, die genau in solchen Situationen fĂŒr UnterstĂŒtzung da sind.

Es gibt UnterstĂŒtzung – auch wenn die eigene Feuerwehr nicht weiterhilft

Im Bezirk Linz-Land gibt es das SvE-Team (Stressverarbeitung nach belastenden EinsĂ€tzen), geleitet von Bezirkskoordinatorin Silvia Hießmayr (FF Hargelsberg) und ihrem Stellvertreter Christoph Rieger (BF Linz, FF St. Florian). Die vollstĂ€ndigen Kontaktmöglichkeiten aller Mitglieder finden sich gesammelt und stĂ€ndig aktuell auf der offiziellen BFK-Seite unter der Rubrik Fachbereiche:

 

Was viele nicht wissen: Das SvE-Team ist nicht nur bei besonders belastenden EinsĂ€tzen tĂ€tig – es ist auch eine vertrauliche Anlaufstelle, wenn das Miteinander im Feuerwehrumfeld schwierig oder belastend wird.

Das SvE-Team bietet unter anderem:

  • vertrauliche EinzelgesprĂ€che,
  • Nachbesprechungen nach belastenden Situationen,
  • professionelle EinschĂ€tzung und Begleitung,
  • UnterstĂŒtzung, wenn Betroffene nicht in ihrer eigenen Feuerwehr darĂŒber sprechen möchten,
  • PrĂ€ventionsarbeit in Feuerwehren.
  • Defusing und Debriefing.

Bezirksfeuerwehrkommandant von Linz-Land, OBR Helmut Födermayr steht voll und ganz hinter seinem SvE-Team – auch als Anlaufstelle bei Mobbing und belastenden Situationen im Feuerwehrumfeld. FĂŒr ihn ist klar: Die Freiwilligen sind das HerzstĂŒck jeder Feuerwehr im Bezirk. Ohne ihr Engagement, ihre Zeit und ihren Mut gĂ€be es die Schlagkraft, fĂŒr die die Feuerwehren in Linz-Land bekannt sind, nicht. Probleme anzusprechen ist kein Zeichen von SchwĂ€che, sondern von Verantwortung.

Wir brauchen ein Umfeld, in dem jede Kameradin und jeder Kamerad ohne Angst vor Abwertung sagen darf, was belastet. Nur wenn wir offen reden, können wir gemeinsam Lösungen finden,

betont der Bezirksfeuerwehrkommandant. Die Freude am Ehrenamt darf durch Mobbing niemals getrĂŒbt werden – denn Feuerwehr lebt von Menschen, die sich gegenseitig stĂ€rken, nicht schwĂ€chen.

Niemand sollte allein kÀmpfen. Niemand sollte sich schÀmen und niemand sollte Mobbing hinnehmen.

Ein Blick in den Spiegel – fĂŒr uns alle

Dieser Artikel richtet sich nicht nur an Betroffene, sondern auch an jene, die vielleicht ohne böse Absicht verletzen. Manchmal sind es SÀtze, die schnell gesagt sind. Manchmal Worte, die "harmlos" wirken sollen. Manchmal alte Rollenbilder, die unbewusst weitergetragen werden.

Vielleicht liest heute jemand diesen Text und denkt darĂŒber nach:

  • Wie rede ich mit meinen Kameradinnen und Kameraden?
  • WĂŒrde ich wollen, dass man so mit mir spricht?

Jeder von uns hat die Verantwortung, dass Feuerwehr ein Ort der StĂ€rke bleibt – nicht ein Ort der KrĂ€nkung.

 

Gemeinsam fĂŒr ein Miteinander, das trĂ€gt

Feuerwehr lebt von Vielfalt, von Engagement, von unterschiedlichen Persönlichkeiten und FÀhigkeiten.
Ob Frau oder Mann, jung oder erfahren – jede Person, die sich einbringt, ist wertvoll.


Es liegt an uns allen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen bleiben wollen, statt zu gehen. Ein Umfeld, in dem niemand leise leidet. Ein Umfeld, in dem wir fĂŒreinander einstehen – nicht gegeneinander.


Denn wahre Kameradschaft zeigt sich nicht nur im Einsatz oder bei Übungen, vor und hinter den Kulissen, sondern in jeder Begegnung, jedem GesprĂ€ch und jedem Wort dazwischen.

UnterstĂŒtzung gibt es auch auf Landesebene: Die Ombudsstelle des OÖLFV

Manchmal ist es leichter, sich an jemanden außerhalb der eigenen Feuerwehr oder des Bezirks zu wenden. DafĂŒr gibt es die Ombudsstelle des Oberösterreichischen Landes-Feuerwehrverbands (OÖLFV). Sie ist eine unabhĂ€ngige Anlaufstelle außerhalb des SvE-Teams des Bezirks-Feuerwehrkommandos und hilft, wenn es irgendwo hakt - egal ob bei Konflikten oder Mobbing. Besonders wichtig: Über ein System kann man sich dort auch komplett anonym melden. Alles wird vertraulich behandelt, und es geht darum, gemeinsam Lösungen zu finden. Du bist damit nicht allein auch die Ombudsstelle des OÖLFV unterstĂŒtzt dich.