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Bezirk Linz-Land zur Ăbersicht
In der Feuerwehr zĂ€hlen Kameradschaft, Respekt und Zusammenhalt. Bei jedem Einsatz oder Ăbung vor oder hinter den Kulissen verlassen wir uns aufeinander â oft unter schwierigen Bedingungen, manchmal unter Lebensgefahr. Umso schmerzhafter ist es, wenn genau dieser Zusammenhalt im Alltag brĂŒchig wird. Wenn Worte verletzen, Verhalten ausgrenzt oder Rollenbilder TĂŒren verschlieĂen. Wenn aus kleinen Sticheleien stiller Schmerz wird â oder laute Ungerechtigkeit.
Mobbing beginnt nicht erst dort, wo jemand offen beschimpft oder lÀcherlich gemacht wird. Mobbing ist auch:
Manchmal sind es viele kleine Nadeln, die erst spĂ€t als Schmerz erkannt werden. Aber Mobbing ist absolut kein âKavaliersdeliktâ. Es verletzt. Es zerstört Vertrauen und Selbstvertrauen. Es nimmt Menschen die Freude an einem Ehrenamt, das eigentlich Kraft geben sollte und damit keinen Platz in unserer Organisation haben darf.
Es ist vollkommen legitim zu sagen: âDas tut mir nicht gut.â Und es ist mutig und richtig, Hilfe zu holen. Doch wenn Sorgen oder Probleme auch auf höherer Ebene nicht ernst genommen werden, endet der Weg nicht dort. Es gibt Anlaufstellen, die genau in solchen Situationen fĂŒr UnterstĂŒtzung da sind.
Im Bezirk Linz-Land gibt es das SvE-Team (Stressverarbeitung nach belastenden EinsĂ€tzen), geleitet von Bezirkskoordinatorin Silvia HieĂmayr (FF Hargelsberg) und ihrem Stellvertreter Christoph Rieger (BF Linz, FF St. Florian). Die vollstĂ€ndigen Kontaktmöglichkeiten aller Mitglieder finden sich gesammelt und stĂ€ndig aktuell auf der offiziellen BFK-Seite unter der Rubrik Fachbereiche:
Was viele nicht wissen: Das SvE-Team ist nicht nur bei besonders belastenden EinsĂ€tzen tĂ€tig â es ist auch eine vertrauliche Anlaufstelle, wenn das Miteinander im Feuerwehrumfeld schwierig oder belastend wird.
Bezirksfeuerwehrkommandant von Linz-Land, OBR Helmut Födermayr steht voll und ganz hinter seinem SvE-Team â auch als Anlaufstelle bei Mobbing und belastenden Situationen im Feuerwehrumfeld. FĂŒr ihn ist klar: Die Freiwilligen sind das HerzstĂŒck jeder Feuerwehr im Bezirk. Ohne ihr Engagement, ihre Zeit und ihren Mut gĂ€be es die Schlagkraft, fĂŒr die die Feuerwehren in Linz-Land bekannt sind, nicht. Probleme anzusprechen ist kein Zeichen von SchwĂ€che, sondern von Verantwortung.
Wir brauchen ein Umfeld, in dem jede Kameradin und jeder Kamerad ohne Angst vor Abwertung sagen darf, was belastet. Nur wenn wir offen reden, können wir gemeinsam Lösungen finden,
betont der Bezirksfeuerwehrkommandant. Die Freude am Ehrenamt darf durch Mobbing niemals getrĂŒbt werden â denn Feuerwehr lebt von Menschen, die sich gegenseitig stĂ€rken, nicht schwĂ€chen.
Dieser Artikel richtet sich nicht nur an Betroffene, sondern auch an jene, die vielleicht ohne böse Absicht verletzen. Manchmal sind es SÀtze, die schnell gesagt sind. Manchmal Worte, die "harmlos" wirken sollen. Manchmal alte Rollenbilder, die unbewusst weitergetragen werden.
Vielleicht liest heute jemand diesen Text und denkt darĂŒber nach:
Jeder von uns hat die Verantwortung, dass Feuerwehr ein Ort der StĂ€rke bleibt â nicht ein Ort der KrĂ€nkung.
Feuerwehr lebt von Vielfalt, von Engagement, von unterschiedlichen Persönlichkeiten und FÀhigkeiten.
Ob Frau oder Mann, jung oder erfahren â jede Person, die sich einbringt, ist wertvoll.
Es liegt an uns allen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen bleiben wollen, statt zu gehen. Ein Umfeld, in dem niemand leise leidet. Ein Umfeld, in dem wir fĂŒreinander einstehen â nicht gegeneinander.
Denn wahre Kameradschaft zeigt sich nicht nur im Einsatz oder bei Ăbungen, vor und hinter den Kulissen, sondern in jeder Begegnung, jedem GesprĂ€ch und jedem Wort dazwischen.
Manchmal ist es leichter, sich an jemanden auĂerhalb der eigenen Feuerwehr oder des Bezirks zu wenden. DafĂŒr gibt es die Ombudsstelle des Oberösterreichischen Landes-Feuerwehrverbands (OĂLFV). Sie ist eine unabhĂ€ngige Anlaufstelle auĂerhalb des SvE-Teams des Bezirks-Feuerwehrkommandos und hilft, wenn es irgendwo hakt - egal ob bei Konflikten oder Mobbing. Besonders wichtig: Ăber ein System kann man sich dort auch komplett anonym melden. Alles wird vertraulich behandelt, und es geht darum, gemeinsam Lösungen zu finden. Du bist damit nicht allein auch die Ombudsstelle des OĂLFV unterstĂŒtzt dich.